Über die Guaranies > Kultur & Lebensweise

Die Guaranies, die auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken, sind ein Jäger- und Sammlervolk, das auch etwas Landwirtschaft (hauptsächlich Maisanbau) betreibt. Ihre Wirtschaft stützt sich auf das Prinzip der Selbstverpflegung und der gegenseitigen Beziehungen. Wichtigster Bestandteil der Gesellschaftsordnung der Guaraní ist die Großfamilie: Ein Guaraní-Dorf besteht in der Regel aus mehren Familien, die miteinander verwandt sind. Die Guaranies sind sehr spirituell ausgerichtet und glauben an einen Schöpfergott. Auf Initiative der Guaraní-Hilfe e.V. hin hält im Dorf Yryapý der Schamane Matías (Foto rechts) den Religionsunterricht.

Gemäß dem Glaube der Guaranies ist das Land heilig und kann niemandes Eigentum sein. Der Besitz von Land ist ihnen fremd. Das macht ihre Lage besonders prekär, denn die meisten von ihnen leben geduldet und - daher rechtlos - auf Land, das nicht ihr Eigentum ist und aufgrund mangelnder Mittel nicht von ihnen erworben werden kann. Die Guaranies sind sehr kreativ und künstlerisch begabt. Ein eindruckvolles Beispiel dieser Schöpferkunst zeigen die Jesuitenreduktionen (Missionsstädte der Jesuiten) in Misiones. Zahlreich hergestellte Artisania (Handarbeiten) wie handgeflochtene Körbe und geschnitzte Tiere aus der heimischen Tierwelt (Tukane, Nasenbären, Jaguare usw.) zeugen von einer großen Kunstfertigkeit.

Die Guaranies, das vergessene Volk in Argentinien
Ein Bericht von Hiltrud Hartmann
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